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Jahresbericht 2012

Freiwillige Feuerwehr
der Stadt Genthin

 

 

 

Mit dem 01. Juli 2012 gab es in der Feuerwehrstruktur der Einheitsgemeinde Stadt Genthin mit der Eingemeindung der Ortschaft Schopsdorf  eine wesentliche Veränderung.

Einerseits wurde die Gemeindefeuerwehr personell, fachlich und technisch verstärkt, andererseits hat sich das Gefahrenpotenzial mit dem Gewerbe- und Industriegebiet

„Am Fläming“  und der Zuständigkeit für einen Abschnitt auf der Bundesautobahn BAB 2 weiter erhöht.

 

In nunmehr neun Ortsfeuerwehren stehen rund um die Uhr mehr als 180 Feuerwehrmänner- und frauen bereit, um bei Notfällen aller Art schnelle und professionelle Hilfe zu bringen.

Dazu stehen den Feuerwehrangehörigen nunmehr 27 Lösch- und Sonderfahrzeuge zur Verfügung.

 

Die Ortsfeuerwehren werden jährlich im unterschiedlichen Umfang zu Bränden und Hilfeleistungen alarmiert, dabei schwanken die Einsatzzahlen zwischen fünf bis 105 Alarmierungen pro Ortsfeuerwehr.

Das Gros der Feuerwehreinsätze in der Stadt Genthin wurden im letzten Jahr durch die Ortsfeuerwehren Genthin, Altenplathow, Parchen und Tucheim abgearbeitet

 

Dabei zeigen sich die Einsatzzahlen im Jahr 2012 mit 237 Alarmierungen gegenüber dem Vorjahr 2011 mit 255 Einsätzen erfreulicherweise mit einem deutlich gesunkenen Niveau.

Als eine Ursache dafür kann der relativ kühle Sommer des letzten Jahres angesehen, so dass die Anzahl umfänglicher Waldbrände wie in den Vorjahren ausblieb.

 

Und so zeigen sich die Einsatzzahlen pro Ortsfeuerwehr im Einzelnen: Altenplathow 44 Einsätze, Genthin 105 Einsätze, Dretzel 5 Einsätze, Gladau 10 Einsätze, Mützel 11 Einsätze, Paplitz 6 Einsätze, Parchen 25 Einsätze und Tucheim 17 Einsätze.

Sieben bei Bränden, Verkehrsunfällen und anderen Notlagen gerettete bzw. in Sicherheit gebrachte Menschen, neun Gebäudebrände, drei Kellerbrände sowie 18 Löscheinsätze unter schweren Atemschutz, das sind die Schlaglichter im Einsatzgeschehen aller neun Ortswehren im zurückliegenden Jahr.

 

Erwähnenswert ist auch das schwere Unwetter vom 02. August, das zu neun Feuerwehreinsätzen im Stadtgebiet führte.

 

Diese statistischen Eckdaten vermitteln nur einen Ausschnitt der Fülle an Anforderungen und Ansprüche an die ehrenamtliche Tätigkeit der Feuerwehrangehörigen dar.

 

Dabei wird es zunehmend schwieriger, die sogenannte „Tagesalarmsicherheit“, dass heißt die ausreichende Verfügbarkeit von Einsatzkräfte zu gewährleisten.

Durch häufige berufsbedingte Abwesenheit einer Vielzahl der Feuerwehrleute müssen insbesondere tagsüber die Einsätze mit immer weniger Kameraden bestritten werden.

Das hat zur Folge, dass die Belastungen für die im Einsatz befindlichen Kräfte größer wird oder anders gesagt: Ein Kamerad muss für drei arbeiten.

Eine fatale Entwicklung tritt damit immer mehr zu Tage, die bundesweit zu beobachten ist.

Nicht nur einmal arbeiteten die Kameradinnen und Kameraden aller Ortsfeuerwehren der Stadt Genthin im zurückliegenden Jahr hart an der Grenze ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit.

 

Diese Situation kann und wird in der Stadt Genthin durch ein koordiniertes Miteinander aller Ortsfeuerwehren gelöst, in dem unter anderem bei Notwendigkeit bei einem Einsatz mehrere Ortsfeuerwehren gleichzeitig alarmiert werden.

 

Auch die interkommunale Zusammenarbeit spielt dabei eine immer größere Rolle, so unterstützten im letzten Jahr die Feuerwehren aus Brettin, Jerichow, Kade, Nielebock und Schlagenthin die Genthiner Einsatzkräfte.

Gleiches gilt für die überörtliche Unterstützung durch die Genthiner Wehr, so bei einem Waldbrand bei Karow und einem Gebäudebrand in Kade mit im Einsatz. Dabei verlief die Zusammenarbeit mit den örtlichen Feuerwehren kameradschaftlich und sicherte den Einsatzerfolg.

 

Hier erfüllen die Feuerwehrleute mit viel Engagement und Herzblut einen wichtigen Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge und Gefahrenabwehr.                                                                              

 

 

Maxime war und ist für die Feuerwehrangehörigen, Brände auf das vorgefundene Ausmaß zu begrenzen, Menschenleben zu schützen und Sachwerte aller Eigentumsformen vor Schaden zu bewahren.

 

Bei mehreren Einsätzen, so  bei einem Waldbrand im Raum Hüttermühle am Pfingstsamstag und  bei einem Gebäudebrand einer Firma  in  Genthiner im März waren teilweise bis zu 70 Feuerwehrangehörige aus 9 Feuerwehren im Einsatz waren.

 

 

Aufgaben des technischen Umweltschutzes fanden sich im letzten Jahr im Tätigkeitsfeld der Kameraden wieder, so bei der Beseitigung von Ölspuren.

Darüber hinaus reicht die Palette der Hilfeleistungseinsätzen von Türöffnungen bei hilflosen Personen bis zur Beseitigung von Verkehrshindernissen.

 

 

Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit

 

Die richtige Vorgehensweise, ein guter Ausbildungsstand, gepaart mit modernster Technik sind für die Kameraden wichtige Grundlagen für ihr Handeln bei den Einsätzen aller Art.

Um sich für die Einsätze aller Art gut vorzubereiten, findet in den Ortswehren eine regelmäßige  Aus- und Fortbildung statt.

Darüber hinaus wurden mehrere gemeinsame Ausbildungen aller Ortsfeuerwehren, so zum Thema „Atemschutzeinsatz“ und „patientengerechte Rettung nach Verkehrsunfällen“  durchgeführt.

 

 

Am Institut für Brandschutz- und Katastrophenschutz Heyrothsberge absolvierten im letzten Jahr mehr als 50 Kameraden verschiedene Lehrgänge, überwiegend Führungs-

und technische  Lehrgänge sowie Sonderlehrgänge, etwa zur Durchführung von Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen.

Im Rahmen der Kreisausbildung im feuerwehrtechnischen Zentrum  des Landkreises schlossen 34 Feuerwehrleute erfolgreich ihrer Ausbildung zum Truppführer, Atemschutzgeräteträger, Maschinist für Löschfahrzeuge oder für die technische Hilfeleistung ab. 

 

 

 

Die Öffentlichkeitsarbeit und Brandschutzerziehung war auch im letzten Jahr eine wichtiger Teil der Arbeit der Ortswehren, sei es im Rahmen von Vorführungen mit der Einsatztechnik, bei Besuchen von Schulklassen und Kita-Gruppen in den Wehren oder durch Vortragstätigkeit, stets ging es darum, Verständnis für die Arbeit zu erwirken und Brandschutzerziehung zu leisten.

 

 

Ausstattung der Ortsfeuerwehren kontinuierlich erweitert

 

Auch im letzten Jahr wurde die materiell-technische Ausstattung der Ortsfeuerwehren durch die Stadt Genthin als Träger des Brandschutzes erweitert und optimiert.

Die persönliche Schutzausrüstung der Einsatzkräfte wurde weiter optimiert und ergänzt, so durch Zusatzausstattungen für ein sicheres Arbeiten der Atemschutzgeräteträger.

In der Ortswehr Mützel wurde im September ein Hochleistungslüfter zur schnellen Entrauchung von Gebäuden in Dienst gestellt.

 

Nachdem der Mannschaftstransportwagen VW T 4 der Ortswehr Tucheim durch einen Getriebeschaden außer Dienst gestellt werden musste, erhielt im Dezember 2012  mit finanzieller Unterstützung des Feuerwehr-Fördervereins ein neues Fahrzeug.

 

Kurzfristig wurde im September für die OF Schopsdorf ein modernes und leistungsfähiges hydraulisches Rettungsgerät für die Unfallrettung auf der BAB 2 beschafft, um den gestiegenen Anforderungen auf diesem Gebiet der Feuerwehrarbeit Rechnung zu tragen.

Mit allen Investitionen erhöht sich damit die Wirksamkeit der Feuerwehr der Stadt Genthin und die Einsätze zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger  können durch die Feuerwehrangehörigen sicherer abgearbeitet werden.

 

 

Auch über die Stadtgrenzen hinaus ein verlässlicher Partner

 

Einen wichtigen Beitrag im Rahmen des Feuerwehrwesens des Jerichower Landes leistet die Feuerwehr der Stadt Genthin  auch über die Stadtgrenzen hinweg.

Die Ortsfeuerwehren Genthin, Mützel und Gladau sind mit insgesamt rund  15 Kameradinnen und Kameraden in Einheiten der Kreisfeuerwehrbereitschaft integriert.

Mehrere Kameraden bekleiden Führungs- und Sonderfunktionen im Brandschutzwesen des Landkreises, so als Kreisausbilder oder in der Führung der Feuerwehrbereitschaft.