Einsatz "Brand Strohlager"
112 Einsatzkräfte, 11 Ortsfeuerwehren und 11 Stunden Einsatzdauer – das sind die groben Eckdaten eines Großbrandes in der Genthiner Ortschaft Parchen vom Donnerstagabend. Gegen 18:45 Uhr ist aus bislang ungeklärter Ursache eine Lagerhalle, in welcher sowohl Strohballen als auch gehäckseltes Stroh gelagert wurden, in Brand geraten.
Bei der Alarmierung der ersten Feuerwehren stand die Lagerhalle bereits in Vollbrand, eine riesige Rauchsäule stieg in den Abendhimmel und zeugte von der Intensität des Feuers.
Da die Lagerhalle zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr zu retten war, konzentrierten sich die Einsatzkräfte darauf eine weitere Brandausbreitung zu verhindern. Direkt vom Feuer bedroht waren ein angrenzender Kuhstall mit 70 Tieren, eine weitere Lagerhalle mit Stroh sowie ein oberirdischer Flüssiggastank.
In einem Kraftakt gelang es den Mitarbeitern der Agrargenossenschaft und den Einsatzkräften die Tiere aus dem Stall zu treiben. Starker Rauch und Hitze ließen die Tiere zunehmend panisch reagieren. Mit Viehtransportern wurden die Tiere später in eine benachbarte Agrargenossenschaft verbracht.
Die Brandbekämpfung gestaltete sich für die Einsatzkräfte zunächst schwierig. Zum einen war das Dach der Lagerhalle eingestürzt, unter den Trapezblechen war das Feuer für das Löschwasser nicht erreichbar. Mit einem Bagger musste zunächst die Dacheindeckung vom Brandgut entfernt werden.
Als zweites Problem stellte sich die Löschwasserversorgung vor Ort dar. Die Löschwasserbrunnen konnten den Bedarf in der Anfangsphase nicht decken, weshalb zusätzlich ein Pendelverkehr eingerichtet werden musste.
Mit zwei Traktoren samt Wasserwagen mit je 24.000 Litern, dem Abrollbehälter der FTZ mit 10.000 Litern sowie dem Großtanklöschfahrzeug der Genthiner Wehr mit 8000 Litern wurden in jeder Runde 66.000 Liter Löschwasser zur Einsatzstelle transportiert.
Im weiteren Einsatzverlauf wurde das Stroh mit schwerer Technik auf einen angrenzenden Acker zur Restablöschung verbracht.
Gegen 5:30 Uhr konnte die Meldung „Feuer aus!“ an die Leitstelle abgesetzt werden.
Im Einsatz waren aus der Stadt Genthin die Wehren: Parchen, Altenplathow, Genthin, Mützel, Gladau, Dretzel und Paplitz. Aus der Gemeinde Elbe-Parey unterstützen die Wehren Hohenseeden und Bergzow. Die Wehren Jerichow und Parchau stellten zusätzliche Atemschutzgeräteträger bereit.
Die Feuerwehrtechnische Zentrale unterstütze beim Löschwassertransport und bei der Bereitstellung von Schläuchen und Atemschutzgeräten. Der Rettungsdienst war mit sieben Einsatzkräften zur Absicherung vor Ort und behandelte eine leicht verletzte Einsatzkraft.
Die Polizei war mit einer Streifenwagenbesatzung im Einsatz, sie sicherte die Einsatzstelle gegen Schaulustige und hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.









