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Jahresbericht 2010

Genthin (asm)

Die Ortsfeuerwehren wurden jährlich im unterschiedlichen Umfang zu Bränden und Hilfeleistungen alarmiert, dabei schwanken die Einsatzzahlen zwischen vier bis 172 Alarmierungen pro Ortsfeuerwehr.

Das Gros der Feuerwehreinsätze in der Stadt Genthin werden durch die Ortsfeuerwehren Genthin, Altenplathow, Mützel, Parchen und Tucheim abgearbeitet

 

Dabei zeigen die Einsatzzahlen 2010 mit 360 Alarmierungen gegenüber dem Vorjahr ein deutlich gestiegenes Niveau.

Und so zeigen sich die Einsatzzahlen pro Ortsfeuerwehr im Einzelnen: Genthin 172 Einsätze, Altenplathow 86 Einsätze, Dretzel 5 Einsätze, Gladau 8 Einsätze, Mützel 30 Einsätze, Paplitz 4 Einsätze, Parchen 22 Einsätze und Tucheim 33 Einsätze.

Zwölf bei Bränden, Verkehrsunfällen und anderen Notlagen gerettete Menschen, eine kräftezehrende Waldbrandserie im Hochsommer und immer wieder Kellerbrände sowie 18 Löscheinsätze unter schweren Atemschutz, das sind die Schlaglichter im Einsatzgeschehen aller acht Ortswehren im zurückliegenden Jahr.

 

Diese statistischen Eckdaten vermitteln nur einen Ausschnitt der Fülle an Anforderungen und Ansprüche an die ehrenamtliche Tätigkeit der Feuerwehrangehörigen dar.

 

Dabei wird es zunehmend schwieriger, die sogenannte „Tagesalarmsicherheit“, dass heißt die ausreichende Verfügbarkeit von Einsatzkräfte zu gewährleisten.

Durch häufige berufsbedingte Abwesenheit einer Vielzahl der Feuerwehrleute müssen insbesondere tagsüber die Einsätze mit immer weniger Kameraden bestritten werden.

Das hat zur Folge, dass die Belastungen für die im Einsatz befindlichen Kräfte größer wird oder anders gesagt: Ein Kamerad muss für drei arbeiten.

Eine fatale Entwicklung tritt damit immer mehr zu Tage, die bundesweit zu beobachten ist.

Mehrfach arbeiteten die Kameradinnen und Kameraden aller Ortsfeuerwehren der Stadt Genthin im zurückliegenden Jahr hart an der Grenze ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit.

 

Dabei erfüllen die Feuerwehrleute mit viel Engagement und Herzblut einen wichtigen Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge und Gefahrenabwehr.                                                                               

 

Gefahren für die Kameraden nehmen deutlich zu

13 Kellerbrände sorgten dafür, dass sich die Zahl der Einsätze unter schweren Atemschutz seit 2005 stetig erhöht.

Schwerer Atemschutz, dass heißt,  mit einem ca. 14 kg schweren Pressluftatmer  auf dem Rücken in eine für den Menschen gefährliche, gar tödliche Atmosphäre vorzudringen und bei „Nullsicht“ und Temperaturen von mehr als 300 Grad die Flammen zu löschen.

Dabei besteht trotz modernster Schutzausrüstung immer das nicht völlig auszuschließende Risiko für schwere Verletzungen der Kameraden.

Seit 2005 kamen bundesweit elf freiwillige Feuerwehrleute bei Brandeinsätzen unter

Atemschutz auf tragische Weise ums Leben, über 90 Kameraden erlitten teils schwere Verletzungen.

 

Maxime war und ist für die Kameraden, Brände auf das vorgefundene Ausmaß zu begrenzen, Menschenleben zu schützen und Sachwerte aller Eigentumsformen vor Schaden zu bewahren.

 

Mehrere größere Waldbrände im Raum Mützel und Fienerode hielten im Juni und Juli die Einsatzkräfte in Atem, bei dem teilweise bis zu 80 Feuerwehrangehörige aus über 10 Feuerwehren im Einsatz waren.

 

Bei  diesen und anderen Ereignissen gab  es neben dem gemeinsamen Einsatz aller acht Ortsfeuerwehren der Stadt Genthin mehrfach eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren aus Brettin, Jerichow, Kade, Nielebock und Schlagenthin, um nur einige stellvertretend zu nennen.

Solche komplexen Einsätze sind auch ein wohltuender Beleg der Kameradschaft und gegenseitigen Unterstützung der Feuerwehren in der heute sonst so schnelllebigen Zeit.

 

Ebenso waren Ortswehren der Stadt Genthin mehrfach zur Unterstützung anderer Feuerwehren im Umland im Einsatz, so  bei einem Stallbrand in Karow.

Hier verlief die Zusammenarbeit mit den örtlichen Feuerwehren kameradschaftlich und sicherte den Einsatzerfolg.

 

Aufgaben des technischen Umweltschutzes fanden sich im letzten Jahr im Tätigkeitsfeld der Kameraden wieder, so bei der Beseitigung von Ölspuren.

Darüber hinaus reicht die Palette der Hilfeleistungseinsätzen von Türöffnungen bei hilflosen Personen bis zur Beseitigung von Verkehrshindernissen.

 

Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit

Die richtige Vorgehensweise, ein guter Ausbildungsstand, gepaart mit modernster Technik sind für die Kameraden wichtige Grundlagen für ihr Handeln bei den Einsätzen aller Art.

Um sich für die Einsätze aller Art gut vorzubereiten, findet in den Ortswehren eine regelmäßige  Aus- und Fortbildung statt.

Darüber hinaus wurden mehrere gemeinsame Ausbildungen aller Ortsfeuerwehren, so zum Thema „Atemschutzeinsatz“ durchgeführt.

 

„Wie wichtig beispielsweise der Aspekt der gemeinsamen Ausbildung ist, zeigte sich bei dem großen Waldbrand am 12. Juli bei Hüttermühle, bei dem bis auf Dretzel alle Ortsfeuerwehren der Stadt Genthin stundenlang im Einsatz waren“, hebt Stadtwehrleiter Schmechtig in einem Pressegespräch  hervor.

 

An der Brandschutz- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge absolvierten im letzten Jahr mehr als 40 Kameraden verschiedene Lehrgänge, so als Gruppenführer oder technische  Lehrgänge.

Im Rahmen der Kreisausbildung im feuerwehrtechnischen Zentrum  des Landkreises schlossen 55 Feuerwehrleute erfolgreich ihrer Ausbildung zum Truppführer, Atemschutzgeräteträger, Maschinist für Löschfahrzeuge oder für die technische Hilfeleistung ab. 

 

Die Öffentlichkeitsarbeit und Brandschutzerziehung war auch im letzten Jahr eine wichtiger Teil der Arbeit der Ortswehren, sei es im Rahmen von Vorführungen mit der Einsatztechnik, bei Besuchen von Schulklassen und Kita-Gruppen in den Wehren oder durch Vortragstätigkeit, stets ging es darum, Verständnis für die Arbeit zu erwirken und Brandschutzerziehung zu leisten.

 

Im Rahmen des Kartoffelfestes präsentierte sich die Feuerwehr erstmalig mit einem Infostand.

 

Auch über die Stadtgrenzen hinaus ein verlässlicher Partner

Einen wichtigen Beitrag im Rahmen des Feuerwehrwesens des Jerichower Landes leistet die Feuerwehr der Stadt Genthin  auch über die Stadtgrenzen hinweg.

Die Ortsfeuerwehren Genthin, Mützel, Parchen, Gladau und Paplitz sind mit insgesamt rund  25 Kameradinnen und Kameraden in Einheiten der Kreisfeuerwehrbereitschaft integriert.

Mehrere Kameraden bekleiden Führungs- und Sonderfunktionen im Brandschutzwesen des Landkreises, so als Kreisausbilder oder in der Führung der Feuerwehrbereitschaft.

 

Übrigens liegen laut einer großen Verbraucherstudie Feuerwehrleute und Piloten an der Spitze der Vertrauensskala in Deutschland, 94 % der Deutschen bezeichnen ihr Vertrauen in die Feuerwehr als „sehr bzw. ziemlich hoch“ ein.

 

Unbedingt muss aber auch erwähnt werden, dass die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrangehörigen ohne dass schier grenzenlose Verständnis und der Unterstützung ihrer Familienangehörigen, Partnerinnen und Kinder ebenso undenkbar wäre wie auch dem

Entgegenkommen einer Reihe von Arbeitgebern bei Freistellungen der Kameraden bei Einsätzen und Fortbildungsmaßnahmen.

Dem gebührt an dieser Stelle ein großer Dank seitens der Feuerwehr.