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Jahresbericht 2011

Genthin (asm)

Seit dem 01. Juli 2009 gibt es nunmehr die neue Feuerwehrstruktur der Einheitsgemeinde Stadt Genthin. Sie entstand mit der Gründung der Einheitsgemeinde und brachte für alle beteiligte Feuerwehren in den letzten zweieinhalb Jahren deutliche und zumeist positive Veränderungen.

In nunmehr acht Ortsfeuerwehren stehen rund um die Uhr knapp 190 Feuerwehrmänner- und frauen bereit, um bei Notfällen aller Art schnelle und professionelle Hilfe zu bringen.

Dazu stehen den Feuerwehrangehörigen  unter anderem 24 Lösch- und Sonderfahrzeuge in einem Gesamtwert von rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.

 

Die Ortsfeuerwehren werden jährlich im unterschiedlichen Umfang zu Bränden und Hilfeleistungen alarmiert, dabei schwanken die Einsatzzahlen zwischen vier bis 130 Alarmierungen pro Ortsfeuerwehr.

Das Gros der Feuerwehreinsätze in der Stadt Genthin wurden im letzten Jahr durch die Ortsfeuerwehren Genthin, Altenplathow, Parchen und Tucheim abgearbeitet

 

Dabei zeigen sich die Einsatzzahlen im Jahr 2011 mit 254 Alarmierungen gegenüber dem Vorjahr 2010 mit 360 Einsätzen erfreulicherweise mit einem deutlich gesunkenen Niveau.

Eine Ursache dafür war im Jahre 2010 die Anzahl umfänglicher Einsätze im Zusammenhang mit Unwettersituationen und einer Reihe von Waldbränden.

 

Und so zeigen sich die Einsatzzahlen pro Ortsfeuerwehr im Einzelnen: Altenplathow 66 Einsätze, Genthin 130 Einsätze, Dretzel 6 Einsätze, Gladau 8 Einsätze, Mützel 9 Einsätze, Paplitz 2 Einsätze, Parchen 18 Einsätze und Tucheim 15 Einsätze.

Sechs bei Bränden, Verkehrsunfällen und anderen Notlagen gerettete Menschen, elf Gebäudebrände, acht Kellerbrände sowie 19 Löscheinsätze unter schweren Atemschutz, das sind die Schlaglichter im Einsatzgeschehen aller acht Ortswehren im zurückliegenden Jahr.

 

Diese statistischen Eckdaten vermitteln nur einen Ausschnitt der Fülle an Anforderungen und Ansprüche an die ehrenamtliche Tätigkeit der Feuerwehrangehörigen dar.

 

Dabei wird es zunehmend schwieriger, die sogenannte „Tagesalarmsicherheit“, dass heißt die ausreichende Verfügbarkeit von Einsatzkräfte zu gewährleisten.

Durch häufige berufsbedingte Abwesenheit einer Vielzahl der Feuerwehrleute müssen insbesondere tagsüber die Einsätze mit immer weniger Kameraden bestritten werden.

Das hat zur Folge, dass die Belastungen für die im Einsatz befindlichen Kräfte größer wird oder anders gesagt: Ein Kamerad muss für drei arbeiten.

Eine fatale Entwicklung tritt damit immer mehr zu Tage, die bundesweit zu beobachten ist.

Nicht nur einmal arbeiteten die Kameradinnen und Kameraden aller Ortsfeuerwehren der Stadt Genthin im zurückliegenden Jahr hart an der Grenze ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit.

 

Diese Situation kann und wird in der Stadt Genthin durch ein koordiniertes Miteinander aller Ortsfeuerwehren gelöst, in dem unter anderem bei Notwendigkeit bei einem Einsatz mehrere Ortsfeuerwehren gleichzeitig alarmiert werden.

So beim Brand im Johanniter-Krankenhaus Genthin am 02. Oktober, bei dem parallel noch ein Kellerbrand in der Mützelstraße zu bekämpfen war.

 

Auch die interkommunale Zusammenarbeit spielt dabei eine immer größere Rolle, so unterstützten im letzten Jahr die Feuerwehren aus Brettin, Jerichow und Kade die Genthiner Einsatzkräfte.

Gleiches gilt für die überörtliche Unterstützung durch die Genthiner Wehr, so bei einem schweren Verkehrsunfall im Juli bei Karow und einem Scheunenbrand im Dezember in Bergzow.

Dabei erfüllen die Feuerwehrleute mit viel Engagement und Herzblut einen wichtigen Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge und Gefahrenabwehr.                                                                              


Gefahren für die Kameraden nehmen deutlich zu

 

Auch acht  Kellerbrände sorgten dafür, dass sich die Zahl der Einsätze unter schweren Atemschutz seit 2005 stetig erhöht.

Schwerer Atemschutz, dass heißt,  mit einem ca. 15 kg schweren Pressluftatmer  auf dem Rücken in eine für den Menschen gefährliche, gar tödliche Atmosphäre vorzudringen und bei „Nullsicht“ und Temperaturen von mehr als 300 Grad die Flammen zu löschen.

Dabei besteht trotz modernster Schutzausrüstung immer das nicht völlig auszuschließende Risiko für schwere Verletzungen der Kameraden.

Seit 2005 kamen bundesweit elf freiwillige Feuerwehrleute bei Brandeinsätzen unter

Atemschutz auf tragische Weise ums Leben, über 115 Kameraden erlitten teils schwere Verletzungen.

 

Maxime war und ist für die Feuerwehrangehörigen, Brände auf das vorgefundene Ausmaß zu begrenzen, Menschenleben zu schützen und Sachwerte aller Eigentumsformen vor Schaden zu bewahren.

Bei mehreren Einsätzen, so  bei einem Waldbrand im Raum Mützel und  bei einer Kellerbrandserie in der Genthiner Keplerstraße teilweise bis zu 60 Feuerwehrangehörige aus 7 Feuerwehren im Einsatz waren.

 

Bei  diesen und anderen Ereignissen gab  es neben dem gemeinsamen Einsatz aller acht Ortsfeuerwehren der Stadt Genthin mehrfach eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren aus Brettin, Jerichow und Kade, um nur einige stellvertretend zu nennen.

Solche komplexen Einsätze sind auch ein wohltuender Beleg der Kameradschaft und gegenseitigen Unterstützung der Feuerwehren in der heute sonst so schnelllebigen Zeit.

Dabei verläuft die Zusammenarbeit mit den örtlichen Feuerwehren kameradschaftlich und sicherte den Einsatzerfolg.

 

Aufgaben des technischen Umweltschutzes fanden sich im letzten Jahr im Tätigkeitsfeld der Kameraden wieder, so bei der Beseitigung von Ölspuren.

Darüber hinaus reicht die Palette der Hilfeleistungseinsätzen von Türöffnungen bei hilflosen Personen bis zur Beseitigung von Verkehrshindernissen.

 

Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit


Die richtige Vorgehensweise, ein guter Ausbildungsstand, gepaart mit modernster Technik sind für die Kameraden wichtige Grundlagen für ihr Handeln bei den Einsätzen aller Art.

Um sich für die Einsätze aller Art gut vorzubereiten, findet in den Ortswehren eine regelmäßige  Aus- und Fortbildung statt.

Darüber hinaus wurden mehrere gemeinsame Ausbildungen aller Ortsfeuerwehren, so zum Thema „Atemschutzeinsatz“ und „patientengerechte Rettung nach Verkehrsunfällen“  durchgeführt.

 

Wie wichtig beispielsweise der Aspekt der gemeinsamen Ausbildung ist, zeigte sich bei dem Einsatz am 24. Juli in der Genthiner Kepplerstraße , bei dem in einem Neubaublock zeitgleich vier Keller in mehreren Hauseingängen in Flammen standen und 22 Atemschutzgeräteträger stundenlang im Einsatz waren.

 

An der Brandschutz- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge absolvierten im letzten Jahr mehr als 70 Kameraden verschiedene Lehrgänge, überwiegend Führungs- und technische  Lehrgänge sowie Sonderlehrgänge, etwa zur Durchführung von Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen.

Im Rahmen der Kreisausbildung im feuerwehrtechnischen Zentrum  des Landkreises schlossen 46 Feuerwehrleute erfolgreich ihrer Ausbildung zum Truppführer, Atemschutzgeräteträger, Maschinist für Löschfahrzeuge oder für die technische Hilfeleistung ab. 

 

Die Öffentlichkeitsarbeit und Brandschutzerziehung war auch im letzten Jahr eine wichtiger Teil der Arbeit der Ortswehren, sei es im Rahmen von Vorführungen mit der Einsatztechnik, bei Besuchen von Schulklassen und Kita-Gruppen in den Wehren oder durch Vortragstätigkeit, stets ging es darum, Verständnis für die Arbeit zu erwirken und Brandschutzerziehung zu leisten.

 

Im Rahmen des Kartoffelfestes präsentierte sich die Feuerwehr zum wiederholten Mal mit einem Infostand.

 

Ausstattung der Ortsfeuerwehren

kontinuierlich erweitert


Auch im letzten Jahr wurde die materiell-technische Ausstattung der Ortsfeuerwehren durch die Stadt Genthin als Träger des Brandschutzes erweitert und optimiert.

Im Gerätehaus der Ortswehr Tucheim wurden Sanierungs- und Modernisierungsarbeitern durchgeführt.

Die persönliche Schutzausrüstung der Einsatzkräfte wurde weiter optimiert und ergänzt, so durch Zusatzausstattungen für ein sicheres Arbeiten der Atemschutzgeräteträger.

In der Ortswehr Genthin wurde im Februar ein Großtanklöschfahrzeug mit 5000 Liter Wasser in Dienst gestellt, die Ortswehr Dretzel erhielt im Oktober mit finanzieller Unterstützung des Feuerwehrvereins Dretzel ein Mannschaftstransportfahrzeug.

Weitere wichtige Anschaffungen für die Sicherheit der Bürger der Einheitsgemeinde waren Geräte die Menschenrettung aus großen Höhen, z.B. Bei Wohnungsbränden sowie für die patientengerechte Unfallrettung(Sprungpolster SP 16 und neue Rettungsschere S 330 für die OF Genthin und Teleskoprettungszylinder für die OF Tucheim).

Gleichzeitig erhöht sich damit die Wirksamkeit der Feuerwehr der Stadt Genthin und die Einsätze können durch die Feuerwehrangehörigen sicherer abgearbeitet werden.

Auch über die Stadtgrenzen hinaus ein verlässlicher Partner

 

Einen wichtigen Beitrag im Rahmen des Feuerwehrwesens des Jerichower Landes leistet die Feuerwehr der Stadt Genthin  auch über die Stadtgrenzen hinweg.

Die Ortsfeuerwehren Genthin, Mützel, Parchen und Gladau waren auch 2011 mit rund  20 Kameradinnen und Kameraden in Einheiten der Kreisfeuerwehrbereitschaft integriert.

Mehrere Kameraden bekleiden Führungs- und Sonderfunktionen im Brandschutzwesen des Landkreises, so als Kreisausbilder oder in der Führung der Feuerwehrbereitschaft.